Versailles – Residenz des Sonnenkönigs

Unweit der französischen Hauptstadt Paris liegt das wohl prachtvollste und bekannteste Schloss der Welt: Versailles.

Ursprünglich als Jagdschloss erbaut, wurde es zu einem der schönsten Schlösser und erlebte im Laufe der Jahrhunderte eine einzigartige Geschichte. Das Barockschloss Versailles war von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zur Französischen Revolution der Wohnsitz der französischen Könige und war damit nicht nur der kulturelle sondern auch der politische Mittelpunkt des Landes. Versailles wurde auf Grund seiner enormen Ausmaße, aber auch wegen seiner unvorstellbaren Pracht Vorbild für unzählige andere Schlösser in ganz Europa.

Erwähnt wird der Name Versailles erstmals um das Jahr 1038, aber zu dieser Zeit befanden sich dort nur ein kleines Dorf und ein noch kleineres, halbverfallenes Schlösschen. Zum Schloss gehörten unter anderem eine Mühle und ein paar Ländereien. Das Schloss gehörte der Familie Gondi, die immer mal wieder einen der französischen Könige zu Gast hatte und der in den Wäldern unweit des Schlosses jagte.

1623 ließ der damalige König Ludwig XIII. das Schloss ausbauen, um dort während der Jagd zu übernachten. Aber das Schloss wurde bald zu klein, denn es gab nicht einmal Zimmer für die Königin, die ihren Mann oft begleitete. Der König beschloss das Schloss der Familie Gondi abzukaufen und ließ es in den Jahren zwischen 1631 und 1634 von seinem Architekten Philibert Le Roy zu einem Schloss mit drei Flügeln ausbauen. Nach dem Tod von Ludwig XIII., begann sein Sohn Ludwig der XIV., der legendäre Sonnenkönig, das Schloss zu dem machen, was es heute noch ist: Ein Paradebeispiel für die barocke Baukunst im Frankreich des 17. Jahrhunderts.
Nicht nur von Außen ließ Ludwig XIV. Versailles in einem neuen, prachtvollen Glanz erstrahlen, auch oder besonders von innen wurde Versailles ein Märchenschloss. Der König selbst bewohnte den Nordflügel und im Süden des Prachtbaus waren die Apartments der Königin und auch die der Mätressen des Königs, zu den unter anderem auch Madame Pompadour gehörte.

Auch die Kinder des Herrscherpaares und deren Bedienstete wohnten im Südflügel von Versailles. In der Mitte des Schlosses waren die Audienz- und Empfangsräume und die großen Staatssäle wie der berühmte Spiegelsaal, der bis heute nichts von seiner einzigartigen Faszination eingebüßt hat. In den Nebengebäuden lebten die zeitweise 22.000 Angestellten des Schlosses. Insgesamt verfügt Versailles noch heute über 288 Wohnungen, 1253 beheizbare Räume und 600 Zimmer ohne Kamin. Die königliche Familie bewohnte 152 Zimmer. Zu den Räumen, die heute besichtigt werden können, gehört unter anderem das Schlaf- und Ankleidezimmer der Königin Marie Antoinette mit dem dazugehörigen Wohnzimmer und dem kleinen Salon. Außerdem kann das Schlafzimmer des Königs besichtigt werden und auch das Zimmer in dem König Ludwig XV. seinem Hobby nachging: Uhren reparieren.
Aber nicht nur das Schloss von Versailles ist sehenswert, auch der weitläufige Garten und das Gartenschloss Trianon sind einen Besuch wert.


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